Die fünf Dysfunktionen eines Teams

5 Dysfunktionen KopieDecisionTech hatte das erfahrenste Führungsteam, das man sich vorstellen konnte, einen wasserdichten Geschäftsplan und erstklassige Investoren. Ingenieure reichten ihre Lebensläufe schon ein, bevor Büroraum angemietet war. Aber das war vor fast zwei Jahren … .Nicht die Strategie. Nicht die Technik. Es bleibt die Teamarbeit, sowohl aufgrund ihrer Schlagkraft als auch aufgrund ihrer Seltenheit, die den Erfolg ausmacht.

Dies sind zwei kleine Auszüge aus Patrick Lencionis Buch, indem er von dem fiktiven aber realitätsnahen Fall der Firma DecisionTech in Silicon Valley berichtet. Lesen Sie hier eine detaillierte Rezension des Buches.

UNSER WERTVOLL-RANKING (maximal 5 Punkte)                 Gesamt 4,9 Punkte

Innovationswert: 5 Punkte

Ein neuartiger und erfrischender Blick auf Teaming. Einzigartig in der Zusammenstellung der Gefahren und Chancen von Teamwork inklusive praktischer Tipps.

Aufbau und Verständlichkeit: 5 Punkte

Romanhaft durch eine realitätsnahe Fabel eingeleitet, die unterhaltsame Lesbarkeit ermöglicht. Strukturierte und logisch klare Darstellung der wichtigsten Aspekte des Team Modells im letzten Viertel.

Praxisorientierung: 5 Punkte

Die fiktive Geschichte des Topmanagement-Teams zu Beginn sorgt bereits für einen starken Praxisbezug. Auch die Erläuterung des Modells enthält zahlreiche Vorschläge zur konkreten Umsetzung.

Kommentar: 4 Punkte

Kleine Abzüge gibt es, weil trotz breiter wissenschaftlicher Fundierung nicht auf einzelne Studien oder sonstige Quellen verwiesen wird.

ZIELGRUPPE

Führungskräfte und Teamleiter aller Art, egal ob verantwortlich für den Führungsstab eines multinationalen Konzerns, die Abteilung eines Betriebes oder ein Projektteam. Teammitglieder, die sich für das Gelingen ihres Teams einsetzen wollen.

AUTOR

Patrick Lencioni ist Gründer und Vorsitzender der Managementberatungsfirma The Table Group. Als Berater und Redner hat er mit Tausenden höheren Managern in Organisationen von Start-ups bis Fortune-500-Unternehmen zusammengearbeitet. Er ist Autor einer Reihe von erfolgreichen Büchern, wie Tod durch Meeting, Die drei Symptome eines miserablen Jobs oder Der Vorteil.

INHALT

Am fiktiven, aber erstaunlich realitätsnahen Fall einer Firma im Silicon Valley zeigt Patrick Lencioni, wie unzureichendes Teamwork ein Unternehmen beinahe in den Abgrund stürzen kann. Der Managementberater erklärt am Beispiel des Unternehmens Decision Tech die fünf Dysfunktionen eines Teams – hier eines Topmanagement-Teams – und Möglichkeiten zu deren Überwindung. In der spannend geschriebenen Fabel um die Geschäftsführerin Kathryn und weitere lebendige Charaktere regen die überaus gut getroffenen Managementdiskussionen zum Nachdenken über funktionierendes Teamwork an. So herausfordernd es auch sein mag, ein effektives Team zu bauen und zu führen – im Schlussteil stellt Lencioni ein Modell vor, das es allen Arten von Teams auf einfache, klare und präzise Weise ermöglicht, ihre Dysfunktionen zu erkennen und dieses Wissen zur Verbesserung des eigenen Teams einzusetzen. Denn hierfür gibt das Buch einige kluge und praxiserprobte Tools mit auf den Weg zu mehr Erfolg, Freude und Durchschlagskraft beim Teaming.

DIE FÜNF DYSFUNKTIONEN EINES TEAMS 

  1. Abwesenheit von Vertrauen: fehlende Offenheit
  2. Furcht vor Konflikt: künstliche Harmonie
  3. Mangel an Verpflichtung: Mehrdeutigkeit
  4. Vermeidung von Verantwortlichkeit: Niedrige Standards
  5. Ergebnis-Orientierung: Status und Ego

Ohne Vertrauen können die anderen vier Krankheiten nicht „geheilt“ werden. Besteht kein Vertrauen, schrecken Teammitglieder davor zurück offen und ehrlich zu kommunizieren. Sie verstecken ihre wirklichen Gedanken und Gefühle, wodurch keine Vertrauensbasis entstehen kann. Vertrauen heißt hier nicht, aufgrund von gemeinsamen Erfahrungen das Verhalten des anderen vorhersagen zu können. Sondern man vertraut einem Teammitglied, dass es einem selbst nicht schaden wird, obwohl es das könnte.

Ohne Konflikt entsteht eine künstliche Harmonie, in der nur scheinbar alles gut läuft. Jedes Team braucht den konstruktiven Konflikt, um zu besseren Ergebnissen zu gelangen! Konflikte sind notwendige Güter, nicht notwendige Übel. Ohne Vertrauen scheuen sich Teammitglieder davor, Meinungsverschiedenheiten zu äußern und zu diskutieren. Das führt aber zu halbfertigen Ideen und stagnierendem Fortschritt. Erst durch faire Konfrontation ringt ein Team gemeinsam um die besten Entscheidungen – und einzelne nehmen schnell etwas zurück, wenn sie zu weit gegangen sind.

Ohne Verpflichtung auf ein gemeinsames Ziel hin macht jeder das, was er für richtig hält. Meetings sind unerwünschte Treffen, die man mit so viel innerer Abwesenheit wie möglich überstehen will. Es wird nicht klar, was zu tun ist. Beste Gelegenheiten verstreichen ungenutzt. Damit Teams effektiv arbeiten, muss sich jeder klar und verbindlich den Teamzielen verpflichten und wissen, was sein Beitrag dazu ist.

Ohne Verantwortlichkeit wird die Qualität des Team-Outputs immer niedriger, weil die einzelnen Teammitglieder sich nicht gegenseitig zur Verantwortung ziehen. Wer eine Schieflage oder eine fehlerhafte Leistung erkennt kann bei ausreichend Vertrauen der betreffenden Person Feedback geben. Wohl dosierter und gepflegter Gruppendruck führt zu gegenseitiger Unterstützung und Ermutigung. Wenn es hingegen allen egal ist, was und in welcher Qualität die anderen arbeiten, gerät das Team in einen Sumpf dumpfer Mittelmäßigkeit.

Ohne Ergebnis-Orientierung macht jeder das, was seinem Ego oder der eigenen Abteilung nutzt. Teammitglieder stärken ihre Interessen oder kämpfen gegen einen Rivalen, aber sie stärken nicht das Team. Die besten Lösungen entstehen aber dann, wenn das eigene Ego nicht dominiert und zugleich der Einzelne mit seinen Bedürfnissen wahrgenommen und respektiert wird. An dieser Stelle entscheidet sich, ob das Ganze wirklich mehr als die Summe seiner Teile werden kann.

5 AUSGEWÄHLTE AUSSAGEN ZUR STANDORTBESTIMMUNG: WO STEHT (M)EIN TEAM?

  1. Die Teammitglieder diskutieren Probleme leidenschaftlich und ohne Zurückhaltung.
  2. Die Teammitglieder weisen sich auf ihre Defizite und unproduktiven Verhaltensweisen hin.
  3. Die Teammitglieder wissen, woran ihre Teamkollegen arbeiten und wie sie zum Gruppenziel des Teams beitragen.
  4. Die Teammitglieder entschuldigen sich schnell und aufrichtig, wenn sie etwas Unpassendes oder potenziell Teamschädliches gesagt oder getan haben.
  5. Die Teammitglieder bringen für das Wohl des Teams bereitwillig Opfer in ihren Abteilungen oder Fachgebieten (z.B. Budget, Zuständigkeitsbereich, Mitarbeiterzahl).

PRAXISRELEVANZ

Die Praxisrelevanz der fünf Dysfunktionen ist seit vielen Jahren ungebrochen hoch, weil sie die Schlüsselthemen ineffektiver und frustrierender Teams auf den Punkt bringen. Durch die fiktive Geschichte eines Topmanagementteams, Ideen zum Prozess der Teamentwicklung und konkrete wirksame Tools steigt die Anwendbarkeit um ein vielfaches.

BEWERTUNG

Ein „must have“ für alle, die sich von einem erfrischend anderen Blick auf Teams überraschen lassen wollen, Inspiration für die Entwicklung ihres eigenen Teams suchen oder Praxisanregungen zur Arbeit mit und in Teams schätzen. Kurzweilig, unterhaltsam und gleichzeitig bedeutsame Anstöße zum Reflektieren!

Zusammenfassung von Samuel Essler

Angaben zum Buch

Buch

Die fünf Dysfunktionen eines Teams
Patrick Lencioni
ISBN 978-3527507993
Wiley-VCH Verlag GmbH & Co. KGaA, Weinheim 2014
19,99 €, 186 Seiten

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