Ein Blick in die Seminarreihe wertvoll führen – Modul Kommunikation – Teil 2

85_Teil2In dem ersten Teil, dem ersten Tag des Seminares ging es darum nicht nur Techniken zu erlernen, für eine wertvollere Kommunikation, sondern auch an der eigenen Haltung zu arbeiten. Es gab ein paar kommunikationstheoretische Grundlagen wie das Eisbergmodell und Werkzeugen und Methoden an die Hand, wie das „Aktive Zuhören“. Nun ist die Frage, wie all dies zusammengebracht werden kann. Die Antwort gab es genau am zweiten Tag.

 „Ich dachte erst Kommunikation, sei eine meiner Stärken. Aber Kommunikation heißt nicht nur ich rede, sondern auch viel Zuhören. Die Herausforderung liegt jetzt darin mit dem Input und den Werkzeugen umzugehen. Insgesamt hat mir das Seminar viel gebracht. Weil ich beruflich vom Mitarbeiter zum Leiter wurde, was mit Spaß, aber auch Herausforderungen verbunden war. Dabei hat mir das Seminar mehr Leichtigkeit gebracht in meine Aufgabe hineinzuwachsen.“                  Silia, 45-Jährige Maklerin

Gewaltfreie Kommunikation

Der nächste Tag startet um 9 Uhr. Die Teilnehmer geben direkt ein Feedback, was sie vom vorherigen Tag mitgenommen haben und vertiefen dann noch einmal das aktive Zuhören. Das Thema „Fragen“ wird gestreift, dann geht es zur „Gewaltfreien Kommunikation“. Es geht dabei nicht darum weichzuspülen sondern ganz im Gegenteil ist es eine sehr klare Sprache, bei der am Ende oft nur die dicke Luft aus dem Gespräch genommen wird.  Denn die Grundannahme besteht darin, dass bei vielen Konflikten und Missverständnissen gar nicht die Sache an sich das Problem ist. Sondern, dass beispielsweise unerfüllte menschliche Bedürfnisse, wie Anerkennung, Zugehörigkeit, Unterstützung die Ursache sind.

Das alles gut einzubetten, dazu gibt es vier Komponenten. 1. Beobachten, ohne zu bewerten. 2. Gefühl, Worte finden für das was es mit uns macht. 3. Bei sich selbst und anderen überlegen, welches Bedürfnis wohl an dieser Stelle gefehlt hat und es ebenfalls formulieren. 4. Einen Wunsch äußern wie damit zukünftig gut umgegangen werden kann. Das allerwichtigste ist dabei die Haltung, wissen zu wollen was der andere wirklich braucht und nicht die Technik dahinter, sprich welche Worte ich wähle. Was sich so wunderbar anhört braucht einiges an Training: Viele Beispiele, Übungen und Besprechungen von ganz konkreten Situationen aus dem Beruf, wie zum Beispiel der Azubi der schon zum fünften Mal nicht aufräumt.

 „Ich finde es gut, dass wir auch mit mehreren von unserer Firma bei dem Seminar sind und wir ähnliche Fragen haben. Wir sind auf demselben Standpunkt und können uns Feedback geben über unsere Kommunikation.Was ich mitnehme ist auch mal mit unterschiedlichen Ohren zu hören, nicht nur mit den gewohnten, aber auch meinen Wortschatz zu erweitern. Gefühle und Bedürfnisse auszudrücken ist sehr herausfordernd aber gut nicht nur bei dem Inhalt stehen zu bleiben.“        Andy, 28-Jähriger Berater

Handling Objections

An diesem Punkt wird es noch einmal sehr praktisch. Eine konkrete Situation aus dem Alltag bei dem es um einen scheinbar sehr egoistischen Facharbeiter geht. In einer Art Rollenspiel versuchen alle zusammen das Problem zu lösen. „Da bin ich gespannt, das werde ich direkt morgen ausprobieren“, sagt ein Teilnehmer. Bei Handling Objections geht darum abwechselnd zu verbalisieren, nachzufragen, einfühlend zuzuhören, Lösungen zu erfragen und vorzuschlagen. Diese Punkte werden solange abgegangen, bis beide Seiten zufrieden sind. Auf den ersten Blick scheint dies ein wesentlich längerer Weg als jemanden einmal die Meinung zu sagen oder den Ärger herunterzuschlucken. Doch die Frage ist, wie die beteiligten nach dem Gespräch Nachhause gehen, was sie davon erzählen und wie sie wieder zur Arbeit erscheinen.

(Namen der Teilnehmer geändert)

Weitere Teile

Zu Teil 1 gelangen Sie hier

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